Monatliche Kolumne

Bärbel Heidebroek
Geschäftsführung Landstrom

August 2018: Forscher warnen vor einer Heißzeit

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

"Stellen Sie sich ein Auto vor, das einen Hang hinaufgeschoben wird. Wenn das Auto einmal über die Kante rüber ist, rauscht es ab. [...] Wir sind in der Phase, in der wir Menschen den Klimawandel anschieben. Wir sehen im Nebel nicht genau, wo die Kante ist, aber wir schieben wie die Blöden, indem wir Kohle, Öl und Gas verbrennen." Werner Eckert, Leiter der SWR-Umweltredaktion, hat die aktuelle Lage sehr anschaulich beschrieben. Jüngst warnten Forscher vor einer Heißzeit. Durch sogenannte Kippelemente könnte der Klimawandel sich selbst immer weiter verstärken. Unabhängig vom Unter-Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens. Die Erde würde sich so langfristig um etwa vier bis fünf Grad Celsius erwärmen und der Meeresspiegel um 10 bis 60 Meter ansteigen, schreibt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Keine guten Aussichten. Es scheint angesichts der verheerenden Prognosen und Forschungsergebnisse verrückt, dass die Politik noch immer nicht wirklich reagiert und das Thema Klimawandel konkret angeht. So weitermachen wie bisher geht definitiv nicht! Immerhin: die Hitze und vor allem Dürre der letzten Monate haben die Menschen aufgeschreckt. Der Ausnahmesommer verursacht mehr als ein mulmiges Gefühl. Vertrocknete Felder und Gärten, alarmierende Waldbrandgefahr, Stress für Menschen und Stress für die Natur. All das könnte zur Normalität werden. Mit ins Schwitzen geraten sind Teile der konventionellen Stromerzeugung. Aufgrund der Hitze und des damit verbundenen zu warmen Kühlwassers mussten Ende Juli mehrere Atom- und Kohlekraftwerke in Deutschland gedrosselt werden. Das Verrückte: Sonderregelungen erlauben den Betreibern zeitlich befristet wärmeres Wasser in die Flüsse zu leiten. Die eh schon gestressten Gewässer leiden zusätzlich. Eine Gefahr für Flora und Fauna, da bei einer Überhitzung der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt. Gerade die Kohlekraftwerke schaden somit doppelt. Sie pusten nicht nur weiter CO2 in die Luft, das die Klimaerwärmung fördert, sondern erhitzen die sowieso schon zu warmen Gewässer weiter. Man kann es nur immer wiederholen: Ein schneller Kohleausstieg ist unumgänglich! Neben vielen weiteren Maßnahmen wäre dies ein probates Mittel um unzählige Gigatonnen CO2 einzusparen. Es ist zu hoffen, dass der jetzige Sahara-Sommer die Diskussion um ein Ende der Kohleverstromung weiter vorantreibt! Es muss gehandelt werden. Jetzt! Von uns!

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bärbel Heidebroek

Juli 2018: Kohle bremst die Energiewende aus

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Deutschland ist Vorreiter in Sachen Klimaschutz? Diese Zeiten sind vorbei. Zwar ist der Atomausstieg bis zum Jahr 2022 beschlossene Sache. Eine zügige Abkehr von der klimaschädlichen Braunkohle ist aber nach wie vor nicht in Sicht. Nun soll die Kohle-Kommission einen Ausstiegs-Plan auf den Weg bringen. Noch bevor diese startete, dämpfte Wirtschaftsminister Peter Altmaier allerdings die Hoffnungen auf eine baldige Stilllegung der Kohlekraftwerke. „Deutschland wird aus der Braunkohleverstromung nicht vor 2030 aussteigen“, so Altmaier. Die Kohle entwickelt sich damit weiter zum größten Hindernis für die Energiewende. Deutschland hatte sich vorgenommen, seine Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die Bundesregierung räumte erst letzten Monat ein, dass die Klimaziele deutlicher verfehlt werden als bislang gedacht. Höchstens 32 Prozent weniger Treibhausgase scheinen möglich. Deutschland war jahrelang Vorbild in Sachen Klimapolitik. Nun droht ein internationaler Verlust an Glaubwürdigkeit. Das liegt nicht zuletzt an der Kohle. Kohlemeiler gelten als Klimakiller, da sie besonders viel des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Das aktuell allumfassende Problem: es fehlt ein konkreter Fahrplan in der Energiepolitik. Kritik kommt nicht nur aus der Erneuerbaren Branche, sondern mittlerweile aus der kompletten Energiewirtschaft. Das Hin und Her der Politik und die unklaren Rahmenbedingungen führen zu enormen Unsicherheiten für Planer, Investoren, die nachgelagerten industriellen Wertschöpfungsketten und nicht zuletzt für die Beschäftigten in den Energiebranchen. Die fehlende Planungssicherheit macht besonders den kleinen mittelständischen Unternehmen das Leben schwer. Dank der Erneuerbaren sind insbesondere in strukturschwächeren Regionen eine große Anzahl an Arbeitsplätzen entstanden, die durch das Ausbremsen der Politik nun wieder in Gefahr geraten. Fakt ist: Wir brauchen einen konkreten Fahrplan für den Weg in eine saubere Zukunft. Dazu gehört ein rascher Ausstieg aus der Kohle. Die Bundesregierung ist aufgefordert, den Ausbau der Erneuerbaren als tragende Säule für den Klimaschutz zu stärken statt zu schwächen. Das aktuelle Zaudern der Politik verhindert Klimaschutz, nimmt der Industrie Planungssicherheit und verschleppt den Aufbau eines modernen, zukunftsfähigen Energieversorgungssystems.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bärbel Heidebroek

Mai 2018: Schlechte Nachrichten für unsere Umwelt

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zurzeit gibt es viele schlechte Nachrichten für unsere Umwelt. Forscher entdeckten jüngst eine besorgniserregende Menge an Plastikmüll in der Antarktis. Die Diskussion um eine mögliche Abschwächung des Golfstroms als Folge des Klimawandels ist neu entbrannt und eine Trendwende beim hohen Ressourcenverbrauch der Weltbevölkerung ist nach wie vor nicht in Sicht. Am 02. Mai war der offizielle deutsche Erd-Überlastungstag. Die Bundesbürger haben zu diesem Stichtag ihren Anteil an den weltweiten Ressourcen aufgebraucht und bereits entsprechend viel Müll und Abgase produziert. Das bedeutet, die Menschen leben für den Rest des Jahres auf Kosten kommender Generationen. Würde die ganze Weltbevölkerung so leben und wirtschaften wie die Bevölkerung in Deutschland, dann bräuchten wir jährlich drei Erden um uns zu versorgen. Wir haben aber nur eine. Wir leben also weiterhin deutlich über unsere Verhältnisse. Und anstatt das Thema Energiewende endlich einmal konsequent weiterzubringen und unsere Umwelt zu retten, tritt Deutschland auf der Stelle. Noch viel schlimmer: Aktuell dringen, wenn auch leise, hochbrisante Meldungen aus der Politik über mögliche neue Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke an die Öffentlichkeit. Viele Menschen hat das bisher kaum erreicht. Die meisten Bundesbürger haben den Ausstieg aus der Atomenergie ja eigentlich auch als längst beschlossene Sache abgelegt. Das aktuelle Problem: Atomkonzerne haben Teile ihrer Schadensersatzforderungen, die Ihnen durch Kanzlerin Merkels Atomausstiegskonzept ermöglicht wurden, vor Gericht durchgebracht. Das Wirtschaftsministerium muss nun Wege finden, wie sie beglichen werden. Neben finanziellen Ausgleichsmitteln scheint unglaublicherweise für unseren Bundeswirtschaftsminister Altmaier auch eine erneute Laufzeitverlängerung zum möglichen Plan zu gehören. Eine ungeheuerliche Missachtung des größten Teils der Bevölkerung, die Jahrzehnte erfolgreich für das Abschalten der AKWs kämpfte. Und ein Fußtritt in Richtung Energiewende! Atomausstieg mit Fragezeichen? – Nein, Danke!

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bärbel Heidebroek

Juni 2018: Elektromobilität auf dem Vormarsch

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

seit April ist er im Einsatz: unser Landstrom E-Golf. Wir sind begeistert! Leises sauberes Fahren und „getankt“ wird ganz einfach an der Steckdose zu hause. Zudem gibt es im Pfarrweg 2 bei Landstrom seit Anfang des Jahres eine öffentliche  Ladestation mit Erneuerbarer Energie, die nicht nur unserem E-Golf sondern jedem Elektro-Autofahrer werktags zwischen 8 und 17 Uhr kostenlos zur Verfügung steht.

Auch wenn der Anteil an E-Autos in Deutschland momentan nur bei 1,6 Prozent liegt, die Zukunft des Automobils scheint elektrisch. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) waren weltweit im vergangenen Jahr mehr als drei Millionen Elektroautos unterwegs. Die IEA errechnete ein Plus von mehr als 50 Prozent  innerhalb eines Jahres. Als Gründe nannte sie niedrigere Herstellungskosten für die entsprechenden Batterien, die zudem leistungsfähiger geworden sind. Hier schreitet die Entwicklung mit schnellen Schritten voran. Die EU will zukünftig zudem 800 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um Ladepunkte auszubauen. Weitere 200 Millionen Euro werden in die Entwicklung der Batterietechnik investiert. Deutschland wird die selbst gesteckten Emissionsziele für 2020 verfehlen. Umso wichtiger ist, dass die Dekarbonisierung des Verkehrssektors oberste Priorität bekommt. Das haben mittlerweile auch die deutschen Autokonzerne begriffen. Auch wenn uns andere Länder global gesehen – in erster Linie China - absatzmäßig noch weit voraus sind, holen die deutschen Konzerne auf. Sie dominieren den inländischen Markt bei E-Fahrzeugen mit einem Anteil von 68 Prozent, in Westeuropa sind es immerhin noch 55 Prozent. In absoluten Zahlen ist das Elektrosegment noch recht klein, das Wachstum aber ist erheblich. Der Volkswagen-Vorstand Thomas Ulbrich kündigte Ende April auf der Automesse in Peking an, dass VW zwei neue Werke für Elektroautos in China und eines in den USA aufbauen werde.  Das bestehende Werk in Zwickau wird innerhalb von zwei Jahren komplett auf E-Mobilität umgestellt. Zudem hat die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden wegen der hohen Nachfrage auf Doppelschicht umgestellt. Das Rennen um den Markt der Zukunft hat längst  begonnen. Die deutsche Autoindustrie hat sich endlich auf den Weg gemacht – mit Aussicht auf Erfolg. Das sind doch tatsächlich einmal gute Nachrichten für unser Klima!

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bärbel Heidebroek

April 2018: Klima in Gefahr

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Weltklima ändert sich – und das sogar vielfach schneller als es viele Wissenschaftler vorausgesagt haben.  Eine Folge des Klimawandels ist die deutliche Zunahme von Naturkatastrophen in den letzten 20 Jahren. Der steigende Meeresspiegel, Überschwemmungen, Dürren, Taifune und Hurrikans bedrohen zunehmend die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen und wirken wie ein „Migrations-Motor“. In einigen afrikanischen Ländern könnten sich die Erträge aus der vom Regen abhängigen Landwirtschaft bis 2020 um bis zu 50 Prozent reduzieren und somit die Nahrungsmittelknappheit auf dem Kontinent verstärken. Überhaupt werden sich von Dürre betroffene Gebiete weltweit flächenmäßig ausdehnen. Der Meeresspiegel wird je nach Szenario zwischen 26 und 82 Zentimeter ansteigen. Ganze Inselstaaten drohen im Meer zu versinken. Jetzt  schlug die Weltbank Alarm: Wenn die Politik nicht langsam aufwache und entschiedener gegen den Klimawandel vorgehe, könnte es bis zum Jahr 2050 mehr als 140 Millionen Flüchtlinge geben. Die sogenannten Klimaflüchtlinge kämen zu denjenigen hinzu, die bereits aus politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Gründen auf der Flucht seien. Jedem dürfte klar sein, welch großes Konfliktpotential darin liegt. Es ist unumgänglich: die führenden Industrieländer müssen ihren CO?-Ausstoß radikal senken. Die Politik ist in der Pflicht, die richtigen Weichen zu stellen. Besonders das Thema Sektorkopplung, also die Verzahnung von Strom, Wärme und Mobilität, ist hier besonders wichtig. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass die Erneuerbaren Energien optimal genutzt und in unser Energiesystem integriert werden. Doch auch wir alle können zum Schutz des Klimas beitragen und CO?-Emissionen einsparen, indem wir regenerative Energiequellen nutzen und  unsere Verhaltensmuster hin zu mehr Ressourcenschutz ändern. Weniger  Fleisch essen, Energie sparen, wo es nur geht und beim Thema Mobilität umdenken. Es gibt viele Möglichkeiten, das Auto ab und an mal stehen zu lassen. Stattdessen können wir das Fahrrad nehmen, Carsharing-Angebote nutzen oder auf ein E-Auto umsteigen. Gerade hier steckt ein unglaubliches Potenzial. Fahrzeuge, die mit regenerativ erzeugten Strom fahren, sind nicht nur unabhängig von Öl und Co, sondern fahren ohne Schadstoffausstoß. Eine gute Sache. Und momentan tut sich viel in diesem Bereich. Nachdem Elektromobilität in den vergangenen Jahren eher langsam vorankam, spürt man nun eine Aufbruchstimmung. Überall entstehen Ladesäulen. So auch bei uns in Gevensleben. Sollten Sie sich, liebe Leser, ein E-Auto zulegen oder bereits eines besitzen, dann laden wir Sie von Landstrom herzlich zu uns in den Pfarrweg 1 ein. Unsere E-Ladesäule steht Ihnen werktags in der Zeit von 8 bis 17 Uhr kostenlos zum Aufladen mit Erneuerbarer Energie zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bärbel Heidebroek

März 2018: Negative Strompreise

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

was sind eigentlich negative Strompreise? Mit der Energiewende nehmen auch die Meldungen von negativen Strompreisen an der Strombörse EEX zu. Der Grund dafür lässt sich ganz einfach erklären. Über 36 Prozent des Stromverbrauchs wird heute durch Erneuerbare Energien, wie Wind, Sonne und Wasser abgedeckt. Wir alle wissen jedoch, dass die Stromerzeugung aus Erneuerbaren stark schwankt. Das heißt, wenn viel Wind weht und gleichzeitig die Sonne scheint, wird viel Strom produziert. Und Strom muss physikalisch in der Sekunde verbraucht werden, in der er erzeugt wird. Wenn an wind- und sonnenreichen Tagen gleichzeitig wenig Strom von den Verbrauchern abgenommen wird, weil beispielsweise Sonntag oder ein Feiertag ist, kommt es zu einem Überangebot. Die Preise sinken – in manchen Stunden auch ins Negative. Das heißt, wer in dieser Zeit Strom an der Börse einkauft, bekommt sogar Geld dafür. Aber warum werden konventionelle Kraftwerke nicht einfach abgeschaltet, wenn Wind und Sonne für ausreichend Strom sorgen? Ganz einfach. Das Herunter- und Wiederhochfahren der Kraftwerke ist teuer und aufwendig. Somit ist es für manche Kraftwerksbetreiber günstiger, den Strom zu produzieren und sozusagen zu verschenken, anstatt das Kraftwerk abzuschalten. Sind negative Strompreise nun per se schlecht? Nein – im Gegenteil. Negative Strompreise setzen Anreize, denn niemand verliert gern Geld. Das sehen bereits auch ein paar der konventionellen Kraftwerksbetreiber so und haben in die Flexibilität ihrer Kraftwerke investiert. Die Kraftwerke können also bei einem zu hohen Stromangebot schneller runterfahren. Negative Strompreise machen auch Speichertechnologien interessanter. Denn bei negativen Strompreisen erhalte ich Geld dafür, wenn ich Strom abnehme und diesen einspeichere. Sobald das Stromangebot sinkt, kann ich meinen eingespeicherten Strom wieder am Markt verkaufen. Aber auch für die Stromverbraucher bieten sich Möglichkeiten, negative Strompreise zu nutzen. Die Industrie kann teilweise schon jetzt ihren Energiebedarf an das Stromangebot anpassen und somit wirtschaftliche Vorteile am Strommarkt generieren. Die negativen Strompreise werden dazu führen, dass immer mehr Verbraucher flexibel auf den Strommarkt reagieren. Bald wird die Waschmaschine, die genau dann anfängt zu waschen, wenn der Strompreis niedrig oder sogar negativ ist, in jedem Haushalt Realität sein. Dann werden wir als Endverbraucher auf unserer Stromrechnung sehen, dass die Energiewende, neben dem dringend erforderlichen Klimaschutz, einen wirtschaftlichen Erfolg für jeden von uns darstellt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bärbel Heidebroek

Februar 2018: Elektromobilität als Hebel der Energiewende

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

2017 war ein Rekordjahr für die Erneuerbaren Energien. Windkraft-, Biomasse-, Solar- und Wasserkraftanlagen erzeugten ganze 36,1 Prozent des Stroms in Deutschland. Vor allem die Windenergie hat zu diesem Erfolg beigetragen. So wurde erstmals mehr Strom aus Wind produziert als aus Steinkohle und Atomkraft. Diese fielen auf das niedrigste Niveau seit 1990. Mittlerweile sind wir beim Ausbau der Erneuerbare Energien im Stromsektor auf einem guten Weg. Außerhalb des Stromnetzes macht sich Erneuerbare Energie hingegen noch rar. Das gilt besonders für den großen Bereich Verkehr. Hier sieht die Bilanz der letzten Jahre recht traurig aus. Seit 1990 haben sich die Klimagasemissionen des deutschen Verkehrs nicht verringert. Neben einer Änderung des Mobilitätsverhaltens müssen wir weg von klimaschädlichen Verbrennungsmotoren. Ein wichtiger Hebel für die Energiewende im Verkehr ist die Elektromobilität, wenn der benötigte Strom aus Erneuerbaren Quellen kommt. Laut Center of Automotive Management (CAM) stehe in den nächsten zehn bis 15 Jahren ein „massiver Umbruch der Antriebstechnologien“ bevor. Das Problem: Deutschland hinkt anderen Staaten beim Thema Elektromobilität weiter hinterher. China ist nach wie vor Spitzenreiter. Und das mit zunehmender Dynamik. Insgesamt wurden hier im vergangenen Jahr 777.000 E-Autos abgesetzt. Zum Vergleich: in Deutschland waren es rund 54.500 Stück. Ein Haupthindernis für den Durchbruch der Elektromobilität in unserem Land  liegt vor allem in der bisher noch mangelnden Ladeinfrastruktur. So langsam tut sich aber was. Die großen deutschen Autobauer wollen in den nächsten Jahren Milliardensummen in den Ausbau der Elektromobilität investieren. So hat sich beispielswiese Volkswagen mit anderen Herstellern zusammengetan, um entlang der Autobahnen Schnellladestationen einzurichten. Was die “Großen“ zum Teil noch planen ist im beschaulichen Gevensleben schon Realität. Seit diesem Monat gibt es bei Landstrom im Pfarrweg 2 eine E-Ladesäule, an der jeder sein Elektroauto in der Zeit von 8 bis 17 Uhr kostenlos laden kann. Sie haben richtig gelesen: kostenlos, mit Ökopower vom Land. Ein kleiner Schritt in Richtung Energiewende und in eine saubere Zukunft. 

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bärbel Heidebroek

Januar 2018: Gute (Klima-)Vorsätze für das Neue Jahr

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich wünsche Ihnen ein frohes 2018! Mein Name ist Bärbel Heidebroek vom Energieversorger Landstrom aus Gevensleben. Gern möchte ich zukünftig einmal im Monat für Sie über Themen aus der Energiewirtschaft berichten und dabei helfen, etwas Licht in die oft sehr komplexen Sachverhalte zu bringen. Von Politik über E-Mobilität bis hin zu Energiespartipps – es erwartet Sie eine bunte Themenmischung rund um die Erneuerbaren Energien. Selbstverständlich können Sie mir Ihre Fragen hinsichtlich dem Strom- und Energiemarkt stellen. Ich werde darauf dann in einer der kommenden Ausgaben eingehen. Senden Sie Ihre Frage einfach an:  info@landstrom-landwind.de. 

Zum heutigen Auftakt soll es um die guten Vorsätze gehen, die sich viele Menschen zum Jahreswechsel vornehmen. Mehr Sport, gesünder essen, mehr Zeit für Freunde und Familie stehen meist ganz oben auf der Liste. Ich hätte da auch noch eine schöne Idee. Wie wäre es mit dem Vorsatz, klimafreundlicher zu leben? Unserer Umwelt etwas Gutes tun. Das ist gar nicht so schwer, denn bereits mit wenigen Verhaltensänderungen kann jeder von uns seinen Lebensstil  klimafreundlicher gestalten. Wie hoch ist zum Beispiel die eigene Ökobilanz? Um das zu berechnen gibt es ein spannendes Modell: den Klimarucksack oder ökologischen Rucksack.  Dieser drückt das Gewicht aller natürlichen Rohstoffe aus, die für unseren Konsum anfallen. Je weniger natürliche Rohstoffe wir verbrauchen, desto geringer sind auch unsere Umweltauswirkungen. Was viele vergessen, selbst hinter kleinen alltäglichen Gegenständen, wie beispielsweise einem Handy, verbergen sich oft schwere ökologische Lasten. Im Endprodukt ist oft nur ein Bruchteil der Energie, die für seine Herstellung verbraucht wurde, sichtbar. Rund 90 Prozent der natürlichen Ressourcen gehen durchschnittlich bei industriellen Gütern verloren. Auch hinter vielen Tätigkeiten verstecken sich mehr Lasten, als man zunächst wahrnimmt. So berechnet der ökologische Rucksack beispielsweise für das Autofahren nicht nur das Auto selbst und das Benzin, sondern anteilig auch die Eisenerzmine, die Stahlhütte und das Straßennetz.  Im Internet unter http://ressourcen-rechner.de/ können Sie durch die Beantwortung  von Fragen zu den Bereichen Wohnen, Konsum, Ernährung, Freizeit, Mobilität und Urlaub erfahren, wie nachhaltig Ihr eigener Lebensstil bzw. wie schwer ihr Klimarucksack ist. Danach gibt es Vorschläge, wie ihr Leben ressourcenleichter wird. Das dauert nur zehn Minuten. Die lohnt es zu investieren, oder? Ein guter Vorsatz für das Neue Jahr.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bärbel Heidebroek